Glasfenster Kapelle Maria Schnee


Haben sie sich schon einmal gefragt, wie die strahlenden, farbenfrohen Kirchenglasfenster hergestellt werden? Im GLASWERK gibt es einen kleinen Einblick. Diesmal (2016) wurde ein Glasfenster für die Kapelle Maria Schnee in Zauchensee angefertigt. Thema: Johannes der Täufer

www.zauchenseehof.com/news/bleiverglasung-minichmair-isabella/

 


Dokumentation zum Glasfenster Johannes der Täufer für die Kapelle Maria Schnee für die Familie Walchhofer


Der Glasfensterentwurf für die Kapelle Maria Schnee in Zauchensee wurde nach einem Freskenzyklus des Klosters San Marco in Florenz angefertigt. Sein Schöpfer, Fra Angelico, war ein Maler der Frührenaissance. Er verbrachte mehrere Jahre in San Marco und gestaltete in dieser Zeit (um 1440) die Zellen und Kreuzgänge mit Fresken aus, die den Mönchen zur Andacht und inneren Einkehr dienen sollten.


Fra Angelicos Taufszene zeichnet sich durch eine klare Linienführung in der Komposition und einer schlichten Farbgebung aus. Was mit ein Grund war speziell diese Taufszene als Vorbild für das Glasfenster heranzuziehen.

In der ersten Entwurfserie ging es mir in erster Linie um eine ausdrucksstarke Figuration, die auch der speziellen Fensterform dienen sollte. Da Johannes der Täufer das Hauptmotiv des Glasfensters darstellen soll, wird er in seiner vollständigen Gestalt gezeigt. Im Jordan stehend, tauft er mit der rechten Hand (Jakobsmuschel) Jesus, der die Taufe andächtig empfängt. Gleichzeitig weist die taufende Hand Richtung Sonne, die als Symbol der Emanation Gottes verstanden werden kann.

Seine Körperhaltung ist konzenrtiert und leicht geneigt. Die linke Hand liegt auf auf dem Oberarm von Jesus. Die Kargheit der umliegenden Berglandschaft ist Sinnbild einer Sehnsucht nach Vergeistigung. Die Umsetzung von Klarheit und innerer Ordnung ist auch als Gegenpol zu einer Gesellschaft voll Hektik und Überfluss zu verstehen.

20.07.2016: Nach einem Besuch in der Kapelle habe ich noch einmal die Figuration überarbeitet und vor allem den Farbklang des Entwurfs an das Altarbild angepasst, damit im Kapellenraum die Einheitlichkeit ebenfalls unterstrichen wird.



25.10.2016: Im nächsten Schritt habe ich mit Katalin Imre und Kyra Kleinschmidt aus der Glasmalerei Stift Schlierbach die Antikgläser ausgesucht. Ich freue mich sehr auf die Umsetzung der Bemalung gemeinsam mit der erfahrenen Glasbildnerin Kyra Kleinschmidt in der kommenden Wochen (Nov.2016).


Kyra Kleinschmidt hat an der Glasfachschule Zwiesel Glasbildnerin (Glasgestaltung) gelernt und arbeitet seit 2008 in der Glasmalerei Stift Schlierbach. Ihr Hauptaufgabenbereich sind die Neuanfertigung und Restaurierung von Bleiverglasungen/Kirchenfenster. Sie hat beispielsweise einen Entwurf von Oswald Oberhuber für die Pfarrkirche Schwanenstadt umgesetzt oder Fenster in Loibichl nach Inge Dick, Restaurierungen in Stammham (BRD), Schloß Kaindl, Salzburg, um nur einige Arbeiten zu nennen.


Lesen sie bitte mehr zur Umsetzung des Entwurfs von Oswald Oberhuber unter www.kirchenzeitung.at



12.11.2016: Im letzten Schritt habe ich nun die von Kyra Kleinschmidt zugeschnittenen Glasteile mit Schwarzlot bemalt und bei rund 620° im Ofen gebrannt. Veronika Aigner hat im Anschluss daran die Bleistege gebogen und die Gläser verbleit, gelötet und verkittet. Windeisen und Blechleisten zur Stabilisierung dürfen auch nicht fehlen. Am Mittwoch den 16.11. wurden die drei Glasfensterteile zur letztendlichen Montage des Fensters nach Salzburg/Zauchensee transportiert.


Veronika Aigner hat von 2003 - 2008 die Glasfachschule in Kramsach/Tirol besucht und arbeitet seit 2009 im Team der Glasmalerei Stift Schlierbach.


 

Internationales Hot Enamel Art Symposium in Kecskemet Ungarn 2017


Fotostrecke Eröffnung in der Kapolna Galerie Kecskemet

Die Goldschmiedekunst ist seit jeher die Heimat der Emaillekunst. Bereits vor 3500 Jahren verwendeten die Ägypter die Emailletechnik, also das Aufschmelzen von unterschiedlichen glasbildenden Oxiden auf Eisen und Gold, für die Veredlung ihrer Grabbeigaben. In der frühen Neuzeit entwickelte sich die freie Emaillemalerei, die später durch die vielfältigen Strömungen des 20. Jahrhunderts von unterschiedlichen Künstler_innen aufgegriffen wurde.

Im July 2017 wurde ich, wie es der "Zufall" will, eingeladen im ungarischen Kecskemet an einem internationalen Hot Enamel-Art Symposium teilzunehmen, um mich das erste Mal in der freien Emaillemalerei zu versuchen. Durch die Mithilfe eines wunderbaren Teams von feinsinnigen Kolleg_innen

*Hollósy Katalin *Józsáné Gál Mária *Király István *Kálmán Csaba *Christian Gmeiner *Olga Erokhova *Elena Sakharova *Jan Potrogosh *Székelyudvarhely Oustym Fedko *Bulla Márta *Páthi Diána *Pálfalvi Emese *Iwona Bugajaska *Egri András *Kolozsvár Elekes Gyula

 

konnte ich mich gut in die Technik einfinden. Obenstehend ein paar Beispiele von den ersten Gehversuchen bis hin zu einem Altarentwurf.

 



20.09.2014:
Die Idee Räume in farbiges Licht zu tauchen, um dadurch Transzendenz und das Erhabene zum Ausdruck zu bringen, oder um sich schlichtweg wohl zu fühlen, ist nach wie vor fazinierend.
Im Frühjahr 2014 ist die Pfarrgemeinde Waldneukirchen an mich herangetreten, um gemeinsam einen Andachtsraum zu gestalten. Es sollte ein Ort entstehen an dem u.a. Eltern um ihr verstorbenes Kind trauern können. Ein erster Entwurf entstand, der in Zusammenarbeit mit Gabriele Preinstorfer aus der Glaswerkstätte Stift Schlierbach in einem handlichen Modellformat umgesetzt wurde.


27.11.2015:
Nachdem der erweiterte Glasfensterentwurf und die Umgestaltungspläne für den Andachtsraum in der Pfarrkirche Waldneukirchen dem Kunstreferat der Diözese Linz vorgelegt und diese genehmigt wurden, haben im September 2015 die Umbauarbeiten im sogenannten "Turmkammerl" begonnen. Der Stahlrahmen für das Glasfenster ist bereits montiert und diverse bauliche Arbeiten sind umgesetzt.

Thomas Stummer aus der Glaswerkstätte Stift Schlierbach wird den erweiterten Entwurf umsetzen. Zwischen 8. und 12. 12. 2015 wird das Glasfenster dann in der Pfarrkirche montiert. Am Festtag der heiligen Familie, am 27. Dezember 2015 um 9:30, wird der Andachtsraum im Rahmen des Gottesdienstes feierlich eingeweiht.

Der Andachtsraum der Pfarrkirche Waldneukirchen kann von allen Trauernden jeglicher Konfession genutzt werden. "Im Besonderen gibt es für Eltern, die ein Kind zu früh verloren haben, die Möglichkeit, ihre Gedanken und Gefühle niederzuschreiben und in der vorgesehenen Holzbox zu hinterlassen. Texte zum Thema werden bereitgestellt und Hinweise auf Beratungsstellen und Literatur gegeben."



 
 
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